Die kleine Geschichte der Salsa

Die Salsa kommt aus Kuba, sagen die Kubaner.

Nein, Salsa kommt von uns Puertoriqueños aus New York!

Alles Quatsch, die Hauptstadt der Salsa ist Calí, hören wir von den Kolumbianern.

Natürlich kommen die Salsa-Roots aus Afrika ... sagen die Afrikaner.

Was für ein Wirrwar! Wer hat denn nun eigentlich recht?

Entstanden ist der Begriff Salsa für diese Art von Musik - und das ist unstrittig - Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre in New York. Jerry Masucci machte Anfang der 60er mit seinem legendären Fania-Platten-Label diesen Begriff weltweit bekannt. Es war zunächst nur eine Reklamephrase, um die Musik besser verkaufen zu können.

Der Namen, 'Salsa' an sich wurde schon in den 30ern mit Musik in Verbindung gebracht z.B. in dem Lied 'Échale Salsita' von Ignacio Piñeiro. In dem Lied von Piñeiro ging es wohl um's Essen. Aber der Ausspruch 'Échale Salsita' wurde zu einer beliebten Phrase unter Musikern und bedeutete im musikalischen Kontext in etwa: Gib ein bisschen Schärfe an die Musik! Die Musik selbst oder die Rhythmen sind - wie schon angedeutet - aus vielen schon vorhandenen lateinamerikanischen Rhythmen hervorgegangen.

Was war denn jetzt aber so aufregend neu in New York, dass man sogar extra einen Namen für die Musik erfunden hat? Nun, zunächst mal die Vermischung der verschiedenen Rhythmen nicht nur kubanischen Ursprungs. In der Salsa wird man auch Einflüsse der Cumbia aus Kolumbien wiederfinden (Ein Beispiel ist "La vida es un carnaval" von Celia Cruz) ebenso wie "Bomba y Plena" - zwei Rhythmen aus Puerto Rico. Und auch Einflüsse aus dem Jazz und anderer moderner, westlich geprägter Musik hat es gegeben. So wie auch der Jazz viele Impulse aus der Salsa erhielt. Ja, sogar Elemente der Soul-Musik kann man in der Salsa wiederfinden.

Wen wunderts, denn der Ursprung all dieser Rhythmen liegt tatsächlich in Afrika. New York wurde also seinem Ruf als großer 'melting pot' wieder einmal gerecht.

Die Salsa wurde immer mehr kommerzialisiert Auf einmal ging es auch um Verkaufszahlen. Mitte der 80er entstand die Salsa-Romantica. Ab dem Ende der 90er geriet die Salsa in eine Krise. Der Kommerz und ein Schuß zuviel Romantic hatten der Salsa zu sehr zugesetzt. Und wieder einmal waren es die Kubaner, welche der Salsa neuen Schwung verliehen. Die Timba, eine sehr schnelle und moderne Spielart, rettete die Salsa. Bands wie Los Van Van, Adalberto Alvarez y su Son, Bamboleo oder NG La Banda trugen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Neue Musikinstrumente wie z. B. das Schlagzeug (Batteria) gaben der Salsa einen modernen Beat.